E-Tropolis Festival 2019 – Eindrücke aus Oberhausen

„Bässer, Härter, Lauter“ – wirbt das E-Tropolis Festival in Oberhausen. Bereits zum neunten Mal wurde das Festival ausgerichtet. Auf zwei Bühnen lieferten 14 Bands alles was das elektronische Herz erfreut. DarkBW war vor Ort und hat für euch Eindrücke gesammelt!

E-TROPOLIS  Festival 2019 – Eindrücke aus Oberhausen von Anny

Allgemeines

E-Tropolis Festival 2019

Foto: E-Tropolis Festival

Vorab möchte ich gerne ein paar allgemeine Worte zum E-Tropolis Festival sagen; insbesondere für diejenigen, welche das Festival nicht kennen. Das E-Tropolis ist ein Festival, bei welchem – wie der Name schon vermuten lässt – Bands aus dem elektronischen Bereich (EBM, Industrial, Futurepop usw.) auftreten. Bereits zum neunten Mal wurde das Festival ausgerichtet.
Oberhausen liegt inmitten des westlichen Ruhrgebietes, unweit von Duisburg entfernt. Lokalität sind die sog. Turbinenhallen, welche ursprünglich die Aufgabe hatte, ein Eisenwerk mit Strom und Druckluft zu versorgen. Heute sind die Hallen fester Bestandteil von Konzertveranstaltungen, welche etwa Platz für 4.000 Besucher umfassen. Die Hallen verfügen über Emporen, aus welchen die Konzerte von oben genossen werden können.
Neben den Konzerten gibt es eine kleine Händlermeile, ein Chill-out-Bereich, Essensstände (u.a. vegan) sowie eine gemütliche Kaffee-&Cookiebar. Das Festival bietet ausreichend Schließfächer für das Publikum.

Bässer, Härter, Lauter

Unter dem Motto „Bässer, Härter, Lauter“ standen dieses Jahr insgesamt 14 elektronische Bands auf zwei Bühnen. Umrahmt wurde das Programm freitags von einer Pre- bzw. samstags von einer Aftershowparty. Wer ein Ticket hatte, konnte diese Partys kostenlos besuchen. So wurde bereits am Freitag bei der Pre-Party in der kleinen Turbinenhalle mit bekannten Größen wie Johan Van Roy (Suicide Commando) und Sven Friedrich (Solar Fake, Zeraphine) ausgiebig vorgefeiert.

Auftritte

Bereits ab 12.30 Uhr stand samstags die schwarze Meute (anständig wie immer) in einer Schlange vor den Hallen, da diese um 13 Uhr ihre Tore öffneten. Eine Stunde später begannen die ersten Autritte auf der Mainstage. Nach zwei Akten begann nun das große Übel aller guten Festivals: Da Lineup überschnitt sich. Die Konzertbesucher mussten sich also zwischen den Konzerten entscheiden. Riesen Pluspunkt der Lokalität ist, dass man schnell hin und her switchen kann. Auch die Zeiten waren überwiegend so gelegt, dass man zumindest noch ein paar Lieder jeder Band mitbekommen konnte.

Mainstage

Auftakt machten ES23, eine Darkelectroband aus Bochum. Die Band erfreut sich großer Beliebtheit und schon zu Beginn des Festivals war die Mainstage gut gefüllt, zahlreiche Fans strömten in den ersten 40 Minuten in die Halle.
Priest (aus Stockholm) gaben sich anschließend mit ihrer ausgefallenen Show die Ehre. Markenzeichen des Sängers ist das mit einer Maske bedeckte Gesicht. Auch hier war die Halle bereits gut gefüllt.
Anschließend ging es mit X-RX und Velvet Acid Christ weiter. VAC zählen zweifellos zu jenen Szene-Juwelen, die Anfang der 90er Jahre den Werdegang von EBM und Industrial maßgeblich prägten. Schön, auch eine solche Band zu erleben.
Solar Fake
rockten die Bühne und die zahllosen treuen Fans, welche Sven Friedrich seit Jahren die Stange halten, waren restlos begeistert.

Suicide Commando, E-Tropolis Festival

Einer der Hauptakteure auf der Mainstage waren an diesem Abend unter anderem Suicide Commando. Der Belgier Johan Van Roy macht seit vielen Jahren Musik. Seine Show ist bis aufs kleine Detail durchdacht. Die Videomitschnitte geben seinen Texten und der Musik den nötigen Nachdruck. Natürlich spielte er alle Klassiker wie BTK oder God Is In The Rain. Seine Performance grandios und schockierend zugleich. Die Themen sind bei allen SC Konzerten: Tod, Suizid, Mord…Nach über einer Stunde Spielzeit gab es neben exzessiven Tanzeinlagen auch viele schockierende Bilder zu verarbeiten.
Nicht wegzudenken aus der Szene sind Die Krupps, welche bereits seit 1980 existieren.  Stilprägend für den Sound und die Bühnenperformance der Krupps ist die Nutzung eines gespielten Instruments namens Stahlophon, bei dem mit Eisenstäben auf Stahlrohre unterschiedlichen Durchmessers geschlagen wird. Klassiker, der natürlich nicht fehlend durfte: Wahre Arbeit, Wahrer Lohn.
Glänzender Abschluss eines bis dato grandiosen Festivals: Apoptygma Berzerk. Die alten Hasen aus dem Musikbusiness lieferten mit ihren bekannten Hits wie: Something I Should Know, In This Together, Until The End Of The World ein wahres Feuerwerk der Musik. Man fühlte sich plötzlich wieder ganz jung und wurde von der begeisterten Masse mitgerissen.

 2nd Stage

Rroyce E-Tropolis

Opener auf der 2nd Stage waren Rroyce. Eine Band, die stimmungsmäßig die Mainstage bei weitem hätte füllen können und welche, wenn sie weiterhin so Gas gibt, vermutlich bald als Headliner dort stehen könnte. Eine ausgeklügelte Performance aus Videosequenzen, Feuerwerk und guter Laune rockten die Bühne. Die drei Musiker brennen für ihre Musik und machen einfach gute Laune. Sie stellten in Oberhausen auch einige ihrer neuen Lieder vor. Obwohl ihnen von verschiedenen Seiten abgeraten wurde, neue Songs auf einem Festival zu spielen, gingen sie in die Offensive und wurden mit tosendem Applaus belohnt. Die Rufe nach einer Zugabe hallten erst spät ab.
Veranstaltungshinweis: Rroyce geben sich im November in Stuttgart gemeinsam mit Welle:Erdball die Ehre. Ein Abend voller Adrenalin ist vorprogrammiert :-).

SITD

Auf der kleinen Bühne spielten unterdessen Synthattack, Future Lied To Us und Centhron. Trotz, dass die Hallen jeweils sehr voll waren, war es kein Problem bequem ganz vorne zu stehen, was allgemein als sehr angenehm empfunden wurde.

Nach Centhron waren SITD auf der Bühne (Tom Lesczenski ja nun bereits zum zweiten Mal kurz hintereinander: Bei Future Lied To Us als Sänger, nun am Synthesizer/Gesang). Sie rockten die Halle und waren mehr als überwältigt von der Resonanz des Oberhausener Publikums.

Krönender Abschluß der 2nd Stage waren Welle:Erdball.

Persönliches Resumee

Absolut positiv aufgefallen sind: Schließfächer, veganes Essen, ausreichend saubereToiletten vorhanden, überaus nettes Personal, Parken vor den Hallen, guter Klang, gut geheizt, Vidoeperformance grandios!
Alles in allem kann man sagen, dass das E-Tropolis seine Reise mehr als wert ist. Das Festival ist bestens organisiert. Die Anlage war dieses Jahr gut geheizt, die Ordner sehr nett und die Toiletten überaus sauber!

FAZIT: Nächstes Jahr ist schon gebucht !

Wart ihr schon einmal auf dem E-Tropolis Festival?
Wie war euer Eindruck? Lasst gerne einen Kommentar unter dem Beitrag hier!

Programm 2020

Das zehnte E-Tropolis Festival findet am 14. März 2020 statt. Zum VVK geht es hier: Ticketshop

Erste Bands für 2020 wurden bereits bestätigt:
Covenant, Diorama, Solitary Experiments, Grendel, Eisfabrik, Winterkälte, Torul, Ruined Conflict … Weitere Bands folgen.

Video Eindrücke

DIE KRUPPS – WAHRE ARBEIT WAHRER LOHN / E-TROPOLIS 2019

APOPTYGMA BERZERK – UNTIL THE END OF THE WORLD / E-TROPOLIS 2019

Disclaimer

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    E-Tropolis Festival 2019

    9.4

    Organisation

    10.0/10

    Preis-Leistung

    9.5/10

    Bandauswahl

    9.5/10

    Atmosphäre

    9.5/10

    Essensmeile

    8.5/10

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    Geschrieben von Anny
    Hallo liebe Community! Bereits seit der frühen "Scheunezeite" (die alten Hasen unter Euch kennen diese nur zu gut) bin ich mit der Szene verbunden und sie ist Bestandteil meines Lebens. Ich verbringe viel Zeit auf Konzerten um die Künstler live zu erleben und um deren musikalisches Engagement zu unterstützen. Daher schreibe ich besonders gerne über Konzerte. Ich bin für neue Musik zu begeistern, weshalb ich auch CD Vorstellungen, Interviews und sonstiges mache. Ich würde mich freuen, wenn ich den einen oder anderen dadurch musikalisch auch etwas inspirieren könnte. ;-) LG Eure ANNY

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    Emmanuel Pursuit
    Admin

    Wirklich schade, dass wir nicht dort waren.. Ich denke fürs nächste Jahr werden wir das Etropo auch mal einplanen. 😀